Vorreiter in Sachen Klimaschutz

Kirchenkreis und Kirchengemeinden in Gütersloh beziehen jetzt Ökostrom
Kirchenkreis. Die Evangelischen Kirchengemeinden Isselhorst, Friedrichsdorf und Gütersloh sowie der Evangelische Kirchenkreis Gütersloh beziehen seit dem 1. Januar 2010 Ökostrom. Ihre Gebäude werden jetzt mit „grünem“ Strom beliefert, der aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Dazu gehören neben Kirchen, Kindergärten, Gemeinde- und Pfarrhäusern der drei Gemeinden das Haus der kreiskirchlichen Dienste, das Kreiskirchenamt Gütersloh/Halle sowie die kreiskirchliche Mediothek.
„Wir setzen einen Beschluss der Kreissynode vom Juni 2009 um“, erläutert Superintendent Christian Heine-Göttelmann in einem Pressegespräch. „Damit wollen wir ein Zeichen für den Klimaschutz setzen und mit gutem Beispiel voran gehen.“ Angeregt wurde der Beschluss von der Kirchengemeinde Gütersloh, so Pfarrerin Erika Engelbrecht. „Unser Presbyterium hat schon im April 2009 einstimmig beschlossen, auf Ökostrom umzustellen.“ Nach der Synode zogen die Evangelischen Gemeinden Friedrichsdorf und Isselhorst nach. Weitere haben Interesse bekundet.
Das Gütersloher Gemeindeglied Dieter Goecke hat sich intensiv mit dem Thema befasst. „Die Gebäude der beteiligten Gemeinden und des Kirchenkreises verbrauchen rund 350 000 Kilowattstunden Strom jährlich“, weiß der pensionierte Lehrer. „Die werden von unserem neuen Stromanbieter Naturstrom anstatt durch Kohle- und Atomkraftwerke aus erneuerbaren Energiequellen produziert. Dabei entsteht nur sehr wenig des umweltschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid.“ Durch die Umstellung auf reinen Ökostrom würden etwa 100 000 Kilo CO2 eingespart. Goecke hat nachgerechnet: „Das ist soviel, wie 30 Autos mit einer Fahrleistung von je 20 000 Kilometern verursachen.“ Zwar böten fast alle Stromanbieter gegen Aufpreis „Ökotarife“ an. „Für den Klimaschutz bringt das aber meist kaum etwas“, so Goecke. „Denn nur der Zuschlag zum normalen Tarif wird für regenerative Energien eingesetzt.“
Auch theologische Gründe sprechen für den Klimaschutz: „Die Gemeinden setzen ihre eigene Forderung um, etwas für die Bewahrung der Schöpfung Gottes zu tun“, sagt der kreiskirchliche Umweltreferent Dr. Gunnar Waesch. „Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit.“ Eine Umstellung der Energiegewinnung auf umweltschonende Produktionsweisen sei dringend geboten. „Wichtig ist, dass wir unterwegs sind auf dem Weg der Veränderung“, meint auch Reinhard Horstmann, Presbyter in Isselhorst.
Dieser Weg ist durchaus nicht nur steinig: Zwar ist der Arbeitspreis beim neuen Stromanbieter etwas höher als zuvor, dank des geringeren Grundpreises aber sparen Gemeinden und Kirchenkreis neben jeder Menge CO2 sogar bares Geld. Jetzt hoffen die Verantwortlichen auf Nachahmer.
Nähere Informationen hat Dieter Goecke, Telefon: (05241) 38011, E-Mail: dietergoecke-at-gmx.de.