Evangelische Kirchengemeinde Rietberg

Ab dem Jahr 1100 wird der Ort urkundlich als „Rietbike“ erwähnt und ist Hauptsitz des Grafen Heinrich. Seit 1124 sorgt das Siedlungselement „Burg“ für den Namenswechsel zu Rietberg. Aus den Häusern der Burgmannen nahe der neu angelegten Burg entstand der Ort Rietberg, der seit dem 13. Jh. zur Stadt ausgebaut wurde. Auch der Bau einer Kirche wird wird für die 2. Hälfte des 13. Jh. angenommen. Stadt, Burg und Kirche  wurden im 15. und 16. Jh. mehrfach zerstört, im 17. Jh. wurden Stadt und Burg neuerlich befestigt und die Burganlage zum Schloss im Stil der Weserrenaissance ausgebaut. Seit 1535 gab es zwei lutherische Prädikanten, die die Lehre Luthers von Rietberg und Neuenkirchen aus in der Grafschaft Rietberg verbreiteten. Ihre offizielle Einführung erlebte die Reformation 1537, als ein lutherisch geprägter Grafenerzieher eingestellt wurde, seither gab es in der Pfarrkirche St. Johannes Baptista lutherische Gottesdienste. 1546/47 (im Schmalkaldischer Krieg) wurden Stadt und Schloss Rietberg wichtige Stützpunkte für die Truppen des katholischen Kaisers Karl V., das evangelische Kirchenwesen galt zu dieser Zeit als gefestigt. Erst zu Beginn des 17. Jh. wurde Rietberg rekatholisiert und die Schlosskapelle für katholische Gottesdienste hergerichtet.

Ab 1669 erbten die Grafen von Kaunitz die Grafschaft Rietberg, 1822 verkaufte Fürst Aloysius Wenzel von Kaunitz-Rietberg seinen Grundbesitz an Gutsbesitzer Tenge. Als sich im Laufe des 19. Jh. wieder eine sehr kleine ev. Gemeinde in Rietberg etablierte, erwies sich die Familie Tenge von Anfang an in jeder Hinsicht als gemeindetragend. Durch die Gründung mehrerer industrieller Betriebe zogen Arbeiter und Beamte aus Lippe, Bielefeld und Waldeck zu, viele von ihnen waren evangelisch. 1846 bewilligte der westf. Gustav-Adolf-Verein (GAV) zur Gründung eines evangelischen. Kirchensystems für 5 Jahre eine jährliche Beihilfe. Die Regierung in Minden gab staatliche Gelder dazu und verfügte 1853, dass ein Pfarrverweser und Reiseprediger eingestellt wurde. Mit dem Berufungstag begann die neue Geschichte des ev. Kirchen- und Schulwesens in Rietberg, getragen vom ortsansässigen Kirchen- und Schulverein. Die ersten evangelischen Gottesdienste. sollen in eine m Hofgebäude im „Tiergarten“ stattgefunden haben, das der Familie Tenge gehörte. 1853 wurde durch den GAV das Stadthaus Nr. 194 in der Sennstraße erworben, hier fanden u.a. regelmäßig Gottesdienste statt. 1884 wurde schließlich die Kirchengemeinde Rietberg gegründet und umfasste neben der Stadt Rietberg die Ortschaften Bokel, Druffel, Neuenkirchen, Varenzell, Westerwiehe, Mastholte und Möse sowie Osterwiehe (bei Verl). 1901 erwarb die Kirchengemeinde das frühere Hofbeamtenhaus (erbaut 1626) in der Müntestraße, zuletzt Wirtshaus samt Posthalterei. Das Gebäude wird bis heute als Kirche und Gemeindehaus genutzt.

1911 legte die Gemeinde einen eigenen Friedhof unmittelbar neben dem kath. Friedhof an.

Während des Kirchenkampfes 1934 unterstellte sich der damalige Pfarrer der Westf. Bekenntnissynode. Die Deutschen Christen hatten in Rietberg und Wiedenbrück keinen Erfolg.

Für den dauerhaften Anstieg der Gemeindegliederzahlen sorgten die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, 1949 wurde die erste eigene Pfarrstelle eingerichtet. 1964-1978 kam es zur Modernisierung des Gemeindelebens zur Emanzipation der Jugendarbeit vom CVJM und zu einem Annäherungsprozess zwischen katholischer und evangelischer Gemeinde. Eine interkonfessionelle, christliche Frauenbewegung trug den „Weltgebetstag der Frauen“ in die Gemeinden und wurde auch darüber hinaus ein wertvoller Träger der Gemeindearbeit.

Im März 1955 wurde die neu erbaute Gnadenkirche in Mastholte eingeweiht, 1979 wurde dort ein Gemeindehaus angebaut. Aufgrund sinkender Gemeindegliederzahlen sowie sinkender Steuereinnahmen musste Ende 2011 das Gemeindezentrum Gnadenkirche in Mastholte aufgegeben werden, das Gebäudewurde  verkauft und seitdem vom Jugendwerk Rietberg genutzt. (Quelle: Murken, J. (2019): Die evangelischen Gemeinden von Westfalen, Bd.3)

Seit 2002 gibt es ein neues Gebäude für den evangelischen Kindergarten "Die Arche" in der Maximilian-Ulrich-Straße.

Im "Jahr der Bibel" 2003 hat die Evangelische Kirchengemeinde Rietberg mit dem Aufbau eines biblischen Dorfes begonnen. Im Bibeldorf Rietberg können sich Menschen in Führungen, ein- und mehrtägigen Projekten mit Welt und Umwelt der Bibel auseinandersetzen. Es wurde 2007 als einer von bundesweit 365 Orte im „Land der Ideen“ ausgezeichnet und hats sich zu einem außerschulischen Lernort mit großer Bekanntheit weit über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus entwickelt.

 

Homepage der Kirchengemeinde:
www.evkirche-rietberg.de

 

Homepage des Bibeldorfs:
www.bibeldorf.de

Unsere Pfarrer

Dietrich Fricke
Müntestraße 13
33397 Rietberg
Tel.: (0 52 44) 98 19 53
Fax: (0 52 44) 98 19 52
E-Mail: d.fricke [at] evkirche-rietberg.de

Unser Gemeindebüro

Müntestraße 13

33397 Rietberg

Tel.: (0 52 44) 87 89
Fax: (0 52 44) 98 19 54
E-Mail: buero [at] evkirche-rietberg.de

Unsere Gottesdienste

Basilika im Bibeldorf Rietberg
Sonntag 10.00 Uhr
parallel Kindergottesdienst