Rheda-Wiedenbrück. Manche Geschichten gehen direkt ins Herz. Die von Dietmar Maasjosthusmann ist eine davon. Der 57-Jährige aus Rheda-Wiedenbrück hat in seinem Leben bereits mehrfach gegen Leukämie kämpfen müssen – und lebt heute nur, weil andere Menschen bereit waren, Stammzellen zu spenden. Genau daraus ist nun eine außergewöhnliche Idee entstanden, die im August 2026 viele Menschen in ganz Deutschland bewegen soll: Eine große DKMS-Typisierungs-Tour mit einem alten Traktor und einem liebevoll ausgebauten Bauwagen – quer durch die Republik, von Rheda-Wiedenbrück bis nach Fehmarn. Drei Stationen liegen dabei in Ostwestfalen.
Eine Geschichte, die Mut macht
Dietmar Maasjosthusmann führt eigentlich ein ganz normales Leben: Seit 38 Jahren engagiert er sich mit Leidenschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit vielen Jahren arbeitet er als Hausmeister bei der Kreispolizeibehörde Gütersloh. Ein Alltag wie viele andere – bis sich im Jahr 2006 plötzlich alles verändert hat. Die Diagnose Leukämie traf ihn damals völlig unerwartet. Angst, Unsicherheit und die Sorge um die Zukunft bestimmen plötzlich sein Leben. Doch mitten in dieser schweren Zeit geschieht etwas, das ihm neue Hoffnung schenkt: Sein Bruder spendet Stammzellen und rettet ihm damit das Leben.
Doch einige Jahre später kehrte die Krankheit zurück. Zum Glück konnte über die DKMS nun eine passende Spenderin gefunden werden: Sonja. Sie schenkte mit ihrer Stammzellspende Dietmar ein zweites Leben. Was einmal mit Verzweiflung begann, wurde für Dietmar zu einer tiefen Erfahrung von Menschlichkeit, Commitment und echter Hilfsbereitschaft. Und als Ärzte 2016 erneut Anzeichen einer Leukämie entdeckten, half Sonja noch einmal – diesmal mit sogenannten Helferzellen. Für Dietmar steht seitdem fest: „Ich habe mein Leben Menschen zu verdanken, die bereit waren zu helfen. „Jetzt möchte ich selbst etwas zurückgeben.“
Aus diesem Wunsch entstand seine Idee zur DKMS-Bauwagentour 2026. In insgesamt elf Etappen geht es rund 450 Kilometer quer durch Deutschland. Mit dabei: ein alter Traktor, ein ausgebauter Bauwagen, viele engagierte Unterstützer – und vor allem ein großes Ziel: Möglichst viele Menschen dazu bewegen, sich typisieren zu lassen und vielleicht irgendwann selbst zum Lebensretter zu werden. An jedem Halt der Tour sind deshalb Registrierungsaktionen geplant. Unterstützt wird das Projekt bereits von der DKMS, Feuerwehren, Helfern und ersten Partnern. Doch Dietmar wünscht sich noch mehr: Die Tour soll zu einer Aktion werden, die Menschen verbindet, zusammenbringt und zeigt, was möglich ist, wenn viele gemeinsam anpacken. Denn genau darum geht es bei dieser Aktion: Bewusstsein schaffen, Menschen sensibilisieren und möglichst viele neue Stammzellspender gewinnen. Schon wenn durch diese Aktion irgendwann auch nur ein einziges Menschenleben gerettet werden kann, hätte sich jeder Kilometer, jede Vorbereitung und jede Unterstützung gelohnt.
Das Jahr 2026 ist übrigens ganz bewusst gewählt: Dann jährt sich Dietmars erste Stammzelltransplantation zum 20. Mal – gleichzeitig feiert die DKMS ihr 35-jähriges Bestehen. Diese Bauwagentour ist deshalb weit mehr als eine Reise mit Traktor und Bauwagen. Sie ist ein Zeichen für Hoffnung, Dankbarkeit und dafür, was möglich wird, wenn Menschen füreinander einstehen. (kkgt)
Die Stationen in Ostwestfalen sind:
Samstag, 1. August, 12.00 bis 15.00 Uhr: An der Kreis-Feuerwehr-Schule St. Vit in Rheda-Wiedenbrück
Sonntag, 2. August, 10.00 bis 15.00 Uhr: Am Tierpark Olderdissen in Bielefeld
Montag, 3. August, 10.00 bis 15.00 Uhr: Auf dem Parkplatz Schachtschleuse in Minden
Hoffnung auf Rädern

Didi und seine Spenderin Sonja hoffen auf große Beteiligung bei der DKMS-Tour. Fotos: privat

Ein großes Team steht hinter Dietmar Maasjosthusmann.

Von Rheda-Wiedenbrück bis Fehmarn geht die Strecke „Didi on Tour“.
