Gütersloh – Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Gütersloh hat am vergangenen Samstag (27.06.206) in der Gütersloher Erlöserkirche getagt. Von 92 stimmberechtigten Synodalen waren 81 anwesend sowie zahlreiche Gäste. Als Hauptthema diskutierte die Synode die zukünftige Trägerstruktur für die Kita-Arbeit. Außerdem wählten die Synodalen Volker Gravemeier, Pfarrer in Sennestadt, zum neuen Assessor/Stellvertreter des Superintendenten (siehe PM Kreissynode II), hörten den Bericht des Superintendenten Frank Schneider und nahmen die regelmäßigen Berichte der Kirchengemeinde und der kreiskirchlichen Referate zur Kenntnis.
Mit nur einer Gegenstimme gab die Kreissynode grünes Licht für die vertiefte Prüfung und Ausarbeitung einer neuen Trägerstruktur für die evangelischen Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis. Gemeinsam mit der Diakonie Gütersloh soll bis zur Finanzsynode am 4. Dezember 2026 untersucht werden, ob die Kita-Arbeit künftig unter dem Dach der Diakonie Gütersloh gebündelt werden kann.
Die Prüfung bezieht sich zunächst auf die 17 Kindertageseinrichtungen der Trägergemeinschaft im Evangelischen Kirchenkreis Gütersloh. Hierzu gehören die Kindertageseinrichtungen der Gemeinden Gütersloh und Bielefeld-Süd. Perspektivisch soll das Modell auch den 13 evangelischen Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der weiteren elf Kirchengemeinden im Kirchenkreis sowie Kooperationspartnern offenstehen.
Mit diesem Schritt reagiert der Kirchenkreis auf die weiterhin großen Herausforderungen der Kita-Arbeit in Nordrhein-Westfalen. Die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen deckt die tatsächlichen Kosten seit Jahren nicht mehr vollständig ab. Gleichzeitig führen sinkende Kirchensteuereinnahmen dazu, dass bestehende Strukturen überprüft und weiterentwickelt werden müssen.
Stabilität und Verlässlichkeit im Mittelpunkt
„Wir wollen auch in Zukunft unserer Verantwortung für Kinder und Familien gerecht werden und verlässlich evangelische Bildungs- und Betreuungsangebote vorhalten. Deshalb prüfen wir jetzt gemeinsam mit der Diakonie, ob die angedachte Trägerstruktur langfristig die besten Voraussetzungen dafür bietet“, sagt Superintendent Frank Schneider.
Die mögliche Bündelung der Trägerschaft unter dem Dach der Diakonie Gütersloh wäre ein deutliches Signal für die langfristige Sicherung der evangelischen Kita-Arbeit in der Region. Ziel ist es, die hohe Qualität der pädagogischen Arbeit dauerhaft zu sichern, professionelle und verlässliche Trägerstrukturen zu schaffen, die Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken und ehrenamtliche Gremien von operativen Trägeraufgaben zu entlasten.
Kontinuität für Eltern, Kinder und Mitarbeitende
Für Eltern, Kinder und Mitarbeitende ergeben sich aus dem Prüfauftrag zunächst keine Veränderungen. Die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen wird unverändert fortgeführt.
„Wer langfristig Verantwortung übernehmen will, muss Veränderungen rechtzeitig angehen und nicht erst dann, wenn die Handlungsmöglichkeiten bereits eingeschränkt sind“, erklärt Pfarrer Volker Gravemeier, Sennestadt. Mit seiner Wahl zum Assessor als Nachfolger von Michael Frentrup übernimmt Gravemeier zugleich den Vorsitz des Leitungsausschusses der Trägergemeinschaft für die 17 Einrichtungen in Gütersloh und Bielefeld.
Für die Diakonie Gütersloh gehört die Begleitung und Unterstützung von Kindern und Familien zum Selbstverständnis. Aus dieser Verantwortung heraus unterstützen Verwaltungsrat und Geschäftsführung die Prüfung einer künftigen Trägerlösung unter dem Dach der Diakonie: „Kindertageseinrichtungen sind ein zentrales Arbeitsfeld evangelischer und diakonischer Verantwortung. Als Diakonie bringen wir unsere langjährige Erfahrung in der Trägerschaft sozialer Einrichtungen ein, um verlässliche und professionelle Strukturen für Kinder, Familien und Mitarbeitende zu sichern“, sagt Karsten Stüber, Vorstand der Diakonie Gütersloh.
Prüfung in enger Abstimmung mit allen Beteiligten
Die Prüfung erfolgt in den kommenden Monaten in enger Abstimmung mit den beteiligten Kirchengemeinden, der Mitarbeitendenvertretungen, der Diakonie Gütersloh und den Kommunen. Untersucht werden sowohl organisatorische und wirtschaftliche Fragestellungen als auch die Auswirkungen auf die langfristige Sicherung der evangelischen Kita-Arbeit.
Zur Begleitung des Prozesses soll zudem ein Transformationsfonds eingerichtet werden, mit dem notwendige Entwicklungs- und Umstellungskosten aufgefangen werden können.
Die Ergebnisse der Prüfung sollen der Finanzsynode des Ev. Kirchenkreises Gütersloh im Dezember 2026 vorgelegt werden. Erst dann werden die zuständigen Gremien über die konkrete Ausgestaltung und eine mögliche Umsetzung entscheiden.
Drei Verabschiedungen aus der Synodalen Gemeinschaft
Die Kreissynode begann mit einer Andacht, in der Brigitta Menke-Steffen, Pfarrerin am Reinhard-Mohn-Berufskolleg in Gütersloh (siehe PM III), in den Ruhestand verabschiedet wurde. Am Ende der Tagung verabschiedete die Synodale Gemeinschaft sich von Assessor Michael Frentrup und Frauke Brauns (siehe PM IV), Stabsstelle Kommunikation und Assistenz des Superintendenten. Für beide beginnt der Ruhestand. (fra)
Kirchenkreis Gütersloh und Diakonie sollen neue Trägerstruktur für die Kita-Arbeit prüfen

Blick auf das Podium mit (von links) Superintendent Frank Schneider, Assessor Michael Frentrup, Scriba Karin Brunken und Verwaltungsleitung Susanne Janson Foto: Kirchenkreis Gütersloh/Tobias Isaak

Impressionen von der Kreissynode in der Erlöserkirche Foto: Kirchenkreis Gütersloh/Tobias Isaak
