„Malen für die Seele“ - malen und erinnern mit und ohne Pinsel

Im Julie-Hausmann-Haus wurde mit der Workshop-Reihe „Malen für die Seele“ ein kreatives Projekt umgesetzt, das Begegnung, künstlerisches Arbeiten und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbindet.

Beckum. Die Workshops richteten sich an Menschen mit und ohne Demenz sowie an ihre Angehörigen. Entstanden ist das Projekt in Kooperation mit dem Kreiskunstverein Beckum-Warendorf e. V. und dem Forum Oelde/ Vier Jahreszeitenpark.

Mit einfühlsamen Impulsen und einem offenen Ansatz begleitete Martina Lückener, Künstlerin (Kreiskunstverein) die Gruppe durch die Workshops. Nicht ein perfektes Ergebnis stand im Vordergrund, sondern das Ausprobieren, Entdecken und die gemeinsame kreative Erfahrung. Martina Lückener war ein Teil der Gruppe und hat die Bewohnerinnen und Bewohner, sowie die Angehörigen liebe- und humorvoll begleitet.

Gefördert wurde das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Beckumer Altenpolitik.

Beim ersten Termin entstanden Landschaftsbilder: Mit Schwämmen und weiteren Werkzeugen wurden Farben aufgetragen und anschließend Tiere aufgesprüht.

Am zweiten Termin haben die Teilnehmerinnen ein abstraktes, 3x1 Meter großes Gemeinschaftsbild aus besonderen Materialien erstellt. Ein besonderes Highlight auf diesem Bild ist der „nackte Mann“. Das bei einigen Teilnehmerinnen für Empörung, aber auch für viel Lachen in der Gemeinschaft gesorgt hat.

Im dritten Workshop standen Menschen- und Familienbilder im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen haben ein Portrait von sich aufgeklebt und dieses malerisch weiterbearbeitet. Eine Bewohnerin sagte, „ich kann nicht malen“ – nachdem die Künstlerin drei Farbklekse auf das Bild aufgetragen hat, nahm die Bewohnerin den Pinsel und bearbeitete das Bild auf ihre eigene Weise.

Zum Abschluss besuchte die Gruppe die Ausstellung des Kreiskunstvereins Beckum-Warendorf e. V. „KUNST FÜR VIER“ im Vierjahreszeiten-Park in Oelde. Die dialogische Führung übernahm Martina Lückener selbst.

„Ich habe mich jederzeit im Julie-Hausmann-Haus sehr wohl gefühlt. Wir haben viel gelacht und eine gute Zeit miteinander verbracht“, so Künstlerin Martina Lückener.

Die Workshopreihe fand anlässlich des heutigen Weltalzheimertags statt und setzt ein Zeichen für mehr Aufmerksamkeit, Verständnis und Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Familien. Zugleich wurde deutlich, wie Kunst Begegnungen ermöglichen und Räume schaffen kann, in denen Menschen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen aktiv und gleichberechtigt zusammenkommen.

Es sind viele wunderschöne Bilder entstanden, die noch eine Woche während der Woche der Demenz vom 21.09. – 27.09.2026 im Julie-Hausmann-Haus bestaunt werden können. Die Bilder sind im Eingangsbereich ausgestellt. Die Gemeinschaftsbilder hängen im Mehrzweckraum im Erdgeschoss – unter anderem auch das Gemeinschaftsbild mit dem „nackten Mann“.

Die Ausstellung wurde am 18.09.2026 gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Julie-Hausmann-Hauses, der Künstlerin Martina Lückener sowie Mitarbeitenden des Hauses feierlich eröffnet. Die gezeigten Arbeiten machen die kreativen Prozesse der Workshop-Reihe sichtbar und geben den persönlichen Ideen, Erinnerungen und Ausdrucksformen der Beteiligten einen öffentlichen Raum.

Gemeinsam mit den Bewohnerinnen wurden bereits Ideen für eine Fortsetzung der Workshop-Reihe im kommenden Jahr gesammelt, beispielsweise Malen nach Zahlen, Botanik sowie Gips- und Tonarbeiten.

Eine Fortsetzung der Workshop-Reihe im nächsten Jahr ist vorgesehen, sofern die weitere Finanzierung durch Fördermittel oder Spenden gesichert werden kann.